Was ist ein LLM?
LLM steht für Large Language Model — ein riesiges neuronales Netz, trainiert auf fast alles, was Menschen je geschrieben haben. Bücher, Webseiten, Code, Wissenschaft.
Der Mechanismus ist überraschend einfach: Das nächste Wort vorhersagen. Immer und immer wieder.
"Der Kunde möchte sein Unternehmen ___"
verkaufen (72%) | übergeben (18%) | erweitern (8%) | restrukturieren (2%)
Die KI wählt das wahrscheinlichste Wort, hängt es an, und sagt das nächste voraus. So entstehen ganze Texte — Wort für Wort.
Wie funktioniert ein LLM?
Unter der Haube passiert Folgendes:
- Text wird zu Zahlen: Jedes Wort wird in einen Vektor umgewandelt — eine Liste von Tausenden Zahlen, die seine Bedeutung kodieren
- Attention: Für jedes Wort berechnet das Modell, welche anderen Wörter im Kontext relevant sind. "Bank" bedeutet neben "Fluss" etwas anderes als neben "Kredit"
- Schichten: Das Ergebnis durchläuft viele Gewichtsmatrizen — bis zu 96 Schichten. Unten: Grammatik. Mitte: Syntax. Oben: abstrakte Konzepte wie "Risiko" oder "Empfehlung"
- Wahrscheinlichkeit: Am Ende steht eine Verteilung über alle möglichen nächsten Wörter
Die KI rechnet nicht nach — sie erinnert sich an Muster in komprimierter Form. Ein 70-Milliarden-Parameter-Modell ist im Grunde eine 140 GB grosse Datei, die das Wissen aus Billionen von Texten kodiert. Deshalb halluziniert sie manchmal: Sie hat kein Nachschlagen, nur "Was kam in ähnlichem Kontext oft als Nächstes?"
Warum ist das wichtig für KMU?
Wenn du verstehst, dass ein LLM vorhersagt statt zu wissen, änderst du deine Erwartungshaltung:
- Starke Seite: Texte formulieren, zusammenfassen, übersetzen, Varianten erstellen — überall, wo Sprachmuster helfen
- Schwache Seite: Zahlen, Fakten, Gesetze — überall, wo exakte Korrektheit nötig ist
- Dein Job: Prüfen, was die KI liefert. Sie ist ein starker Entwurfspartner, aber keine Quelle der Wahrheit